Ein zweiarmiger Haushaltsroboter für 1 688 Dollar: Das ist der Preis, den Nori Robotics, ein amerikanischer Hersteller, auf seiner Website für den Nori A3 angibt. Der Hersteller stellt ihn als Komplettpreis dar, ohne Anzahlung, mit einer für Herbst 2026 angekündigten Auslieferung. Die ersten Einheiten haben die Werkstatt am 21. Juli 2026 verlassen. Diese erste Charge war laut Hersteller schnell vergriffen, und eine zweite, limitierte Charge wird im Herbst 2026 versandt.
Was kostet das?
1 688 Dollar, ohne Anzahlung bei der Bestellung. Zur Einordnung der Größenordnung: Der NEO von 1X wird beim Kauf für 20 000 Dollar verkauft, berichtet Komando, das auch ein alternativ angebotenes Monatsabonnement von 499 Dollar beziffert (500 Dollar laut Road to VR). Also fast das Zwölffache des Nori-Preises — das Verhältnis wiederum stammt aus unserer Rechnung.
Bleibt die Frage, was dieser Unterschied einkauft. Beim Test des NEO durch das Wall Street Journal wurde keine einzige Aufgabe autonom ausgeführt: Alle wurden von einem menschlichen Bediener aus der Ferne gesteuert, mit einem Virtual-Reality-Headset auf dem Kopf. Der Roboter brauchte mehr als eine Minute, um eine wenige Schritte entfernt abgestellte Wasserflasche zu holen. Der Preis wechselt das Segment, nicht den Grad an Autonomie.
Was steckt in der Kiste?
Keine Beine: Der Nori A3 rollt auf einem Fahrgestell mit Rädern. Er verfügt über 19 Freiheitsgrade — sprich 19 unabhängige Bewegungen —, davon 7+1 pro Arm. Seine zentrale Hubsäule ist mit 55 Kilo angegeben, doch jeder Arm trägt nur 1,5 Kilo, wenn er auf volle Länge ausgestreckt ist, führt Interesting Engineering aus. Zur Orientierung: 1,5 Kilo, das ist die Größenordnung einer vollen Wasserflasche. Das Bild taugt, so weit es taugt, aber es gibt ein Maß dafür, was man ihm an die Armenden hängen kann.
Bei Sensorik und Ausdauer kündigt der Hersteller an:
- ein Lidar — jener Laser-Entfernungsmesser, der den Raum kartiert — mit einer Reichweite von 12 Metern;
- vier 720p-Kameras mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde, verteilt auf Kopf, Hals und Greifer (720p ist eine bescheidene Auflösung, unterhalb der eines heutigen Telefons);
- einen Lautsprecher und ein Mikrofon;
- einen Akku, angegeben mit 6 bis 8 Stunden.
Diese 6 bis 8 Stunden sind die Laufzeit des Akkus: die Zeit, die er durchhält. Nichts zu tun mit Entscheidungsautonomie, also der Fähigkeit einer Maschine, allein zurechtzukommen.
Was hat man ihn tun sehen?
Die in der Vorführung gezeigten Aufgaben sind: Lebensmittel aus dem Kühlschrank holen, ein Getränk eingießen, eine Spülmaschine einräumen und Wäsche falten. Was der Hersteller nicht sagt, ist, ob diese Vorführungen vom Roboter allein bewältigt oder von einem Bediener gesteuert wurden. Kein öffentliches Dokument präzisiert das. Im Jahr 2026 ist das Fehlen einer Präzisierung auf diesem Markt nicht neutral.
Der Roboter ist nicht darauf ausgelegt, es in Geschwindigkeit oder Fähigkeiten mit den teureren humanoiden Plattformen aufzunehmen, berichtet Interesting Engineering.
Was ihm fehlt, wenn er aus dem Karton kommt
Der Nori A3 kommt ohne jede einsatzbereite Haushaltsfähigkeit an. Der Hersteller beschreibt Nori Lab, seine Anwendung für Laptops, als Werkzeug zum „Trainieren, Bedienen und Verwalten" der Maschine. Drei Verben, und das zweite zählt: bedienen heißt, das Gerät in Gang zu setzen, also ein Mensch an den Steuerknüppeln. Der Besitzer führt dem Roboter die Aufgaben selbst vor, und dieselbe Software dient anschließend dazu, ihn zu steuern. Nirgendwo kündigt der Hersteller an, dass der A3 eine erlernte Aufgabe ausführt, ohne dass jemand dahintersteht.
Diese erlernten Aufgaben können anschließend geteilt oder heruntergeladen werden, und zwar auf dem, was der Hersteller einen Fähigkeiten-Marktplatz nennt — eine Bibliothek des Know-hows, kurz gesagt. Sie ist angekündigt. Nichts deutet heute darauf hin, dass sie geöffnet ist, noch was man dort findet.
Sie kaufen also keinen fertigen Haushaltsroboter, Sie kaufen eine Maschine, die ausgebildet werden muss — und nichts sagt derzeit, dass sie einmal ausgebildet ohne Sie arbeiten wird. Die Zeit, die Sie damit verbringen, ihr zu zeigen, wie man eine Spülmaschine ausräumt, gehört zum Preis, auch wenn sie nicht auf der Rechnung steht.
Und wenn ich bestelle?
Die Bestellung verschafft Zugang zu einem freien Software-Werkzeugkasten für Entwickler (ein Open-Source-SDK), zur Discord-Community der Marke und zum bevorzugten Versand. Die Montage erfolgt in San Francisco, durch den Gründer Antonio Sitong Li, doch der Großteil der Bauteile kommt aus dem Ausland.
Ein Punkt bleibt für eine französische Leserschaft offen: Nori Robotics präzisiert nicht, ob der A3 außerhalb der Vereinigten Staaten versandt wird, noch was ein europäischer Käufer zum ausgewiesenen Preis hinzurechnen müsste. Solange das nicht schwarz auf weiß steht, bleiben die 1 688 Dollar ein amerikanischer Preis.
